„Geld oder Gerechtigkeit“ an der WKS

Der Kurs „Darstellendes Spiel“ des beruflichen Gymnasiums begeisterte mit seiner Aufführung

Es geht um eine alte Liebe – es geht um eine alte Rechnung – es geht um Leben und Tod! „Geld oder Gerechtigkeit“ lautete der Titel eines Theaterprojekts, das der Grundkurs „Darstellendes Spiel“ der Jahrgangsstufe 12 des beruflichen Gymnasiums (BG) der Wilhelm-Knapp-Schule (WKS) Weilburg in der Schulaula auf die Bühne brachte.

Schulleiterin Dr. Ulla Carina Reitz, die die Veranstaltung eröffnete, begrüßte nicht nur die Schauspieler, sondern auch die Zuschauer (Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 des BG sowie zahlreiche Lehrkräfte) und freute sich darüber, dass es dem Kurs „Darstellendes Spiel“ wieder einmal gelungen ist, ein anspruchsvolles Stück zu inszenieren. Ihr besonderer Dank galt Oberstudienrätin Dr. Astrid Eisbrenner, die seit Jahren für abwechslungsreiche und niveauvolle Theateraufführungen an der WKS verantwortlich ist.

Eine alte, reiche und verbitterte Frau, brillant dargestellt von Anna Minkova, kehrt nach jahrelanger Abwesenheit in ihre heruntergekommene Heimatstadt zurück, um eine offene Rechnung zu begleichen. Ihr ehemaliger Geliebter (diese Rolle teilten sich Dymytro Shostak und Deniz Agdas während der Aufführung), der sie in jungen Jahren geschwängert hatte, dies dann jedoch verleugnete, war das Ziel ihres Besuches. Nachdem sie damals ehrlos und verarmt die Stadt verlassen musste, will sie nun Rache bzw. – wie sie es nennt – Gerechtigkeit.

Mit dem, was dann geschieht, hat jedoch niemand gerechnet. Die betagte Dame verspricht der Stadt und ihren Bürgern viel Geld und verlangt dafür „Gerechtigkeit“! Sie besteht darauf, dass dafür ihr ehemaliger Geliebter bestraft wird. Zunächst schlagen der Bürgermeister (auch diese Rolle war mit Justin Zitzer und Arne Schmidt doppelt besetzt) und die Bewohner der Stadt das verlockende Angebot noch entsetzt aus. Doch nach und nach vollzieht sich ein Wandel und die Bewohner erliegen der Verlockung des Geldes, so dass der ehemals angesehene Mitbürger eine immer größere Feindschaft gegen sich verspürt. Nachdem auch der Arzt (Paul Selinger) nach und nach die Seite wechselt, bleibt lediglich der Lehrer – glänzend dargestellt von Nico Paul Klein und Michael Schäfer – als letzte moralische Instanz übrig und mahnt zur Vernunft. Da seine Worte jedoch nicht auf fruchtbaren Boden fallen, verfällt er schließlich dem Alkohol.

Auf einer Stadtversammlung beschließen die Bürger einstimmig, den früheren Geliebten der Milliardärin für seine damalige Tat zu bestrafen, was dann auch umgehend geschieht. Die reiche Frau hat ihr Ziel erreicht – „Gerechtigkeit“! Doch stimmt das tatsächlich oder folgten alle nur dem „Lockruf des Geldes“? – Diese Frage blieb auch nach dem langanhaltenden Schlussapplaus offen!

Zu den Besonderheiten des Dramas zählte neben der phasenweisen Einbeziehung des Publikums in die Handlung auch, dass die Schauspieler nicht nur auf der Bühne agierten, sondern die gesamte Aula als Darstellungsort nutzten. Statt eines Bühnenbildes dienten Bildprojektionen als Hintergrund für die Handlungsorte und Requisiten wurden nur spärlich verwendet, so dass die Aufmerksamkeit ganz auf der schauspielerischen Darstellung der Schüler lag. Neben den bereits genannten Darstellern traten noch Leyla Güzel als Bahnhofsvorstand und „Stimme aus dem Off“, Bastian Rembser (Pfarrer), Ismail Anwari (Polizist), Erik Kessler (Pressevertreter) sowie Fiona Friedrich, Mia Kramer, Joshua Färber und Jonas Rohde als Bürger auf. Für die Technik war Michael Schäfer verantwortlich.

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PFS